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Mastodon

Diese Seite gibt einen kurzen Überblick darüber, was Mastodon ist, und erklärt ein paar grundlegende Konzepte.

Mastodon ist der Name einer urzeitlichen Rüsseltier-Gattung und der einer dezentralen Social Networking und Microblogging Software.

Die Software, um die es hier natürlich geht, wird seit 2016 von Eugen Rochko entwickelt. Sie ist quelloffen, also Open Source.

Mastodon wird von einigen als Microblogging-Dienst bezeichnet. Die Möglichkeiten ähneln denen von Twitter, denn Nutzer*innen können in erster Linie Textbeiträge mit der Öffentlichkeit teilen.

Mastodon ist außerdem, ebenfalls ähnlich Twitter, eine Plattform zum Aufbau eines digitalen sozialen Netzwerks. Nutzer*innen folgen anderen Nutzer*innen und abonnieren damit ihre Beiträge.

Mastodon funktioniert dezentral. Anders als bei Twitter oder auch Facebook gibt es nicht nur eine einzige zentrale Instanz (also die Domain twitter.com oder facebook.com), sondern es gibt viele Instanzen, die mit einander Beiträge austauschen.

Jede Mastodon-Instanz ist druch ihren Domainnamen von anderen Instanzen zu unterscheiden. Die Instanz GRUENE.SOCIAL heißt eben so, wiel sie im Domain Name System (DNS) die Domain gruene.social belegt.

Stell Dir das ein bisschen so vor, wie bei der guten, alten E-Mail. Hier gibt es eine Menge größere und kleinere Anbieter, die jeweils eigene Server unter dem eigenen Domainnamen (gmail.com, outlook.com, web.de, mailbox.org etc.) betreiben. Prinzipiell kann jeder Mensch mit den entsprechenden Kenntnissen selbst einen E-Mail-Server aufsetzen. So ist es auch bei Mastodon.

Mastodon-Instanzen tauschen nicht nur mit anderen Mastodon-Instanzen Nachrichten aus. Sie sind auch kompatibel mit anderen Plattformen, die entweder das Protokoll ActivityPub oder OStatus unterstützen. Solche Plattformen existierten auch schon vor Mastodon, und heute gibt es eine ganze Palette davon. Weil sie ein verteiltes, dezentrales Ökosystem bilden, wird ihr Verbund auch das Fediverse genannt. Die meisten dieser Plattformen sind wie Mastodon Open-Source-Software, was davon zeugt, dass sie von ihren Entwicklern geschaffen wurden, um die Welt ein Stück besser zu machen und den großen, zentralen Diensten eine Alternative entgegenzusetzen:

Dienste, bei denen wir selbst über unsere Daten entscheiden. Bei denen Nutzer*innen nicht automatisch jedes Detail ihrer Persönlichkeit an irgend ein Unternehmen verschenken. Bei denen wir als Betreiber einer Instanz selbst die Regeln der Community festlegen können und entscheiden können, wie wir mit Verstößen gegen diese Regeln umgehen wollen. Bei denen wir möglichst mit anderen kooperieren, anstatt Geld für den Zugang zu verlangen (bedenke zum Beispiel, dass Fotos aus Instagram-Beiträgen bis heute nicht in Twitter-Nachrichten angezeigt werden). So unterstützt Mastodon beispielsweise den Download bzw. Export von eigenen Daten und den Umzug auf eine andere Instanz, wenn auch bislang nur teilweise.

Wer möchte, kann die Weiterentwicklung von Mastodon über Patreon finanziell unterstützen.


Unterschiede zu Twitter

Mastodon wird gerne mit Twitter verglichen, aber es gibt einige kleinere und größere Unterschiede. Hier versuchen wir, alle nennenswerten davon auszulisten.

  • Mastodon ist dezentral. Jede Mastodon-Instanz ist unabhängig von anderen, tauscht aber normalerweise mit diesen Nachrichten aus. Jede Instanz hat ihren eigenen Nutzungsbedingungen und Gepflogenheiten. Bei Twitter gibt es nur einen Betreiber.

  • Timelines sind in Mastodon streng chronologisch geordnet. Bei Twitter wird die Zeitleiste standardmäßig nicht mehr, wie noch zu Anfang, chronologisch sortiert, sondern durch Algorithmen nach Relevanz für den/die jeweilige*n Nutzer*in gewichtet und sortiert. So etwas gibt es bei Mastodon nicht.

  • Beiträge auf Mastodon können bis zu 500 Zeichen lang sein. Bei Twitter sind es 280 Zeichen.

  • Bei Twitter können Beiträge durch "Re-Tweeten" weiterverbreitet werden. Dabei lässt sich optional ein eigener Kommentar voranstellen. Bei Mastodon können Beiträge "geboostet" werden. Das entspricht dem Re-Tweet ohne Kommentar. Eine Möglichkeit zum Boosten mit Kommentar gibt es bei Mastodon nicht.

  • Bei Twitter gibt es Werbung in Form von gesponsorten Tweets, denn damit finanziert der Betreiber den Dienst. Bei Mastodon gibt es keine Werbung, die Finanzierung erfolgt auf anderen Wegen.

  • Während bei Twitter die Aktivitäten von Nutzer*innen sowohl durch Twitter als auch durch Google Analytics und andere Dienste getrackt werden, gibt es bei Mastodon kein Tracking. Es gibt auch keine erzwungenen Redirects wie bei Twitter, wo jeder Aufruf einer externen Domain über t.co umgeleitet und erfasst wird.

  • Mastodon erlaubt feinere Bestimmungen zur Sichtbarkeit von Beiträgen, als das bei Twitter der Fall ist.

  • Während die Suche nach Tweets und Personen bei Twitter umfassend ist, erfasst diese bei Mastodon immer nur die Toots und Profile, die einer Instanz bekannt sind. Eine allumfassende Suche ist aufgrund der Dezentralität des Mastodon Netzwerks sehr aufwändig, und nicht im Funktionsumfang von Mastodon selbst enthalten.

  • Anders als Twitter fallen aktuell Mastodon-Instanzen aufgrund der Nutzer*innenzahlen nicht unter das Netzwerkdurchsetzungsgesetz.


Das ActivityPub Protokoll

Diese Seite erklärt die Bedeutung des Protokolls, das Mastodon und vielen anderen Plattformen des Fediverse zugrunde liegt.

Mastodon basiert auf dem ActivityPub Protokoll. Dabei handelt es sich um eine Empfehlung des W3C.

Mastodon-Instanzen benutzen das Protokoll, um untereinander Nachrichten ihrer Benutzer*innen auszutauschen. Darüber hinaus kann das Protokoll auch dazu verwendet werden, Aufgaben von Client-Anwendungen (z. B. Smartphone Apps, Desktop-Anwendungen) aus zu erledigen. In diesem Fall nutzen die Clients das Protokoll, um mit der Instanz (dem Server) zu kommunizieren.

ActivityPub nutzt ein ebenfalls vom W3C spezifiertes Datenformat mit dem Namen ActivityStreams. Mit Activity Stream sind eine Reihe von Konzepten und Inhaltstypen standardisiert, die eine Vielzahl von Anwendungen ermöglichen. Mastodon deckt tatsächlich nicht alle dieser Anwendungen ab.

Dieser Auszug aus der Liste der Objekttypen, die in ActivityStream definiert sind, gibt einen groben Eindruck der Vielfalt:

  • Note: kurzer Text, typischerweise ein einziger Absatz
  • Article: Text, der mehrere Absätze enthält
  • Image: Bild
  • Video: Bewegtbild
  • Audio: Tondokument
  • Document: beliebiges Dokument
  • Page: Webseite
  • Event: Ereignis bzw. Veranstaltung
  • Place: ein physikalischer Ort

So entsteht auf Basis von ActivityPun eine immer größere Anzahl von spezialisierten Anwendungen, die miteinander zumindest in Teilen kompatibel sind. Einige Beispiele:

  • pixelfed: Eine dezentrale Plattform für das Teilen von Fotos. Eine mögliche Alternative zu Instagram. Mastodon-Nutzer*innen können Pixelfed-Profilen folgen und erhalten so die Fotos, die von den gefolgten Pixelfed-Profilen geteilt werden.

  • PeerTube dient dem Teilen von Videos und und bietet damit eine dezentrale Alternative zu Diensten wie YouTube.

  • funkwhale erlaubt Nutzer*innen, Musik und Audio zu teilen.

Weitere Projekte listet die Seite Awesome ActivityPub.

ActivityPub steht also für ein vielfältiges Ökosystem aus interoperablen Plattformen. Die Möglichkeiten, die dieses Ökosystem bietet, werden in den kommenden Jahren sicherlich rasant wachsen.


Web-Oberfläche, Apps und Clients

Hier erfährst Du, welche Möglichkeiten es gibt, um am PC, am Smartphone und sonstwie mit Mastodon zu interagieren.

Die offizielle Web-Oberfläche

Mastodon verfügt über eine eigene Web-Oberfläche. Um diese zu erreichen, genügt es, die URL der Instanz zu kennen. Bei uns ist das:

https://gruene.social

Diese Webanwendung, oder das Web User Interface (UI), sind sowohl mit Desktop-Browsern am PC als auch mit gängigen Browsern auf dem Smartphone nutzbar.

Weil Mastodon auf dem offenen Standard ActivityPub aufbaut, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, mit spezialisierten Anwendungen Beiträge zu erstellen, zu veröffentlichen, zu favorisieren und zu boosten, Nutzern*innen zu folgen etc.

Alternative Web-Oberflächen

  • Pinafore - Web-Client für Mastodon, der nach eigener Aussage besonders mit Augenmerk auf Geschwindigkeit und Einfachheit entwickelt wird. Könnte eine sinnvolle Alternative auch auf Geräten mit knappen Ressourcen (RAM, CPU) sein.

Mobile Apps

Hier listen wir einige Anwendungen, die im Umfeld der Nutzer*innen von GRUENE.SOCIAL bereits getestet wurden. Weitere findest Du auf der Seite Mobile Apps der offiziellen Mastodon-Website.

Wichtig: Diese Anwendungen sind nicht Teil des Mastodon-Projekts. Daher werden neue Funktionalitäten und Verbesserungen meist zuerst in der Web-Oberfläche von Mastodon zu finden sein.

Android

iOS

  • Amaroq - Kostenlose, quelloffene App für das iPhone und iPad (App Store).

Sailfish OS

Desktop-Clients

Hier sollen nur beispielhaft einige Desktop-Anwendungen genannt werden, die aufzeigen, welche zusätzlichen Funktionalitäten und Vorteile diese bieten können.

Grundsätzlich gilt auch hier, dass diese als Anwendungen von Drittanbietern generall nicht immer auf dem letzten Stand der Funktionalitäten des Mastodon-Projekts sind. Dafür können Sie Vorteile bieten, die die Weboberfläche prinzipell nicht bieten kann, wie zum Beispiel die Unterstützung mehrerer Instanzen und Nutzer\innenprofile.

Whalebird

Whalebird Screenshot

Open Source Client für Windows, Mac OS und Linux, unterstützt neben Mastodon auch Pleroma. (Whalebird Website)

Hyperspace

Hyperspace Screenshot

Open Source Client für Windows, Mac. Eigentlich eine Web-Anwendung, für die es auch einen Desktop-Installer im Beta-Stadium gibt. (Hyperspace Website)


Crossposting

Diese Seite erklärt, wie man eigene Tweets gleichzeitig auf Mastodon veröffentlichen kann.

Auch wenn wir uns freuen, wenn Nutzer primär Mastodon nutzen, kann es manchmal Gründe geben, die Kommuniation primär über Twitter abzuwickeln und auf Mastodon nur eine Kopie der Tweets dazulassen. Oder man nutzt sogar primär Mastodon und lässt auf Twitter nur noch Kopien der eigenen Toots. Mit dieser Anleitung möchten wir dir zunächst zeigen, wie du Tweets auf Mastodon crossposten kannst.

Die wohl einfachste Form besteht darin, den Crossposter von masto.donte.com.br zu nutzen.

Dort musst du der Anwendung Zugriff auf deinen Twitter-Feed geben (Hinweis zu den geforderten Rechten ganz unten).

Anschließend musst du dich auch bei Mastodon anmelden.

Einstellungen

Wenn du der Anwendung die notwendigen Rechte auf Twitter und Mastodon gegeben hast, musst du nur noch die Einstellung "Teile meine Tweets auf Mastodon" aktivieren.

Empfehlung: Schau dir bitte auch die erweiterten Einstellungen an:

  • Sichtbarkeit deiner auf Mastodon geteilten Tweets
    Wähle aus, wem deine Tweets auf Mastodon angezeigt werden sollen. Zur Sichtbarkeit von Mastodon-Toots siehe Sichtbarkeit von Beiträgen

  • Retweet-Optionen
    Entscheide, ob deine Twitter-Retweets

  • Sichtbarkeit deiner auf Mastodon geteilten Retweets
    Wähle aus, wem deine Retweets auf Mastodon angezeigt werden sollen.
    Empfehlung: Bei den meisten Mastodon-Instanzen gehört es zum guten Ton, hier "nicht gelistet" auszuwählen

  • Retweet-Optionen
    Entscheide, ob deine Twitter-Zitate (Tweets von anderen Nutzern, die du beim Retweeten noch kommentierst)

  • Sichtbarkeit deiner auf Mastodon geteilten Zitate
    Wähle aus, wem deine Retweets auf Mastodon angezeigt werden sollen.
    Empfehlung: Bei den meisten Mastodon-Instanzen gehört es zum guten Ton, hier "nicht gelistet" auszuwählen

  • Antwort-Optionen
    Bei Twitter kannst du auf Tweets antworten.
    Unter diesem Punkt kannst du auswählen, wie mit diesen Antworten beim Übertragen auf Mastodon umgegangen werden soll.

    • gar keine Antworten crossposten
    • Antworten auf eigene Tweets crossposten (Threads)
  • Twitter Inhaltswarnung
    Du kannst allen Beiträgen eine Inhaltswarnung vorausschicken. In dem Fall wird der Beitrag zunächst verborgen und muss erst aktiviert werden. Inhaltswarnungen sind auf Mastodon weit verbreitet, wenn es um Themen geht, mit denen viele Menschen nicht ohne Vorwarnung konfrontiert werden möchten.

  • Posts ignorieren, die bestimmte Wörter enthalten
    Mithilfe einer Liste von Wörtern kannst du Beiträge ausschließen, in denen ein bestimmtes Wort enthalten ist. Oder umgekehrt nur Beiträge crossposten, die eines der Wörter enthalten, die du definiert hast.

Hinweise zum Crossposting

Nachdem der Crossposter eingerichtet ist, werden alle Tweets innerhalb kurzer Zeit (einige Sekunden, manchmal auch zwei Minuten) nach dem Absenden auch auf deinem Profil unter gruene.social erscheinen.

Wenn du einen Tweet wieder löschst, wird der dazugehörige Toot auf Mastodon dadurch nicht entfernt!

Eingeräumte Rechte

Der Crossposter erfordert eine Vielzahl an Rechten, was eventuell abschreckend wirkt. Die Anwendung ist auch in der Lage, Toots von Mastodon auf Twitter zu veröffentlichen und benötigt daher zum Beispiel auch das Recht, selber schreiben zu dürfen.

Du kannst der Crossposting-App die Zugriffsrechte jederzeit widerrufen. Du findest diese Funktion

  • für Twitter unter "Mehr" -> "Einstellungen und Datenschutz" -> "Account" -> "Apps und Sitzungen" -> "Mastodon-Twitter Crossposter" -> "Zugriff widerrufen"
  • für Mastodon unter "Einstellungen" -> "Konto" -> "Autorisierte Anwendungen", dann hinter "Mastodon Twitter Crossposter" auf "Widerrufen" klicken

Deine Zugangsdaten werden bei der Anmeldung nicht an den Crossposter übertragen, sondern direkt an Twitter bzw. an gruene.social.

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